So erfolgreich kooperieren Corporates und Startups

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Viele Weltmarktführer sind made in Germany – noch. Um auch weiterhin Weltklasse zu bleiben, müssen die Companys mit Startups kooperieren. Fünf Beispiele im Überblick.

 

Im vergangenen Jahr begeisterte Florian Langenscheidt auf dem NKF Summit mit seinem Plädoyer für ein waches Unternehmertum, das schnell auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert und aktiv die Kooperation mit Startups sucht. Er hält die Zusammenarbeit „der Hidden Champions aus Bayern, Baden-Württemberg oder NRW mit dem Kreuzberger Startup“ für eine „Gewinneroption“. Und es gibt viele Unternehmen, die bereits zu den Gewinnern gehören. Fünf Beispiele für erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Old und New Econmomy:

 

  1. Daimler: Durchstarten auf der Startup Autobahn

Autobahn ist die offene Innovations-Plattform, mit der der Autobauer den Startup-Spirit und Gründungen stärken will. „Zweimal im Jahr können Startups sich bewerben, etwa 30 nehmen wir in jeder Runde auf. Diese Unternehmen arbeiten dann in der Arena2036 – einer Art Forschungslabor in Stuttgart-Vaihingen – zusammen mit Mentoren und Experten an ihrer Vision“, erklärt Susanne Hahn, Leiterin von Lab1886 und Speakerin beim NKF Summit Vol. 2. Spannend: Die Beteiligung von Daimler am Startup Volocopter, das eine senkrecht startende und elektrisch angetriebenen Drohne zum Transport von Menschen entwickelt. „Wir wollen davon wegkommen, Startups nur mit monetären Mitteln zu helfen“, sagt Hahn. „Uns liegt mehr an Kooperationen, in denen Startups von uns und wir von ihnen lernen können. Im Idealfall ist es ein Geben und Nehmen.“

 

  1. Viessmann und Smart Home: Ein Heizungsbauer wird digital

Seit rund zwei Jahren legt das Traditionsunternehmen unter Führung des jungen CEO Max Viessmann die Grundlagen für die Digitalisierung mit eigenem Company-Builder (Wattx) und Investmentfonds (Vito Ventures). Im Mai 2018 übernahmen die Allendorfer das Münsteraner Startup Wibutler, das sich auf herstelleroffene Smart-Home-Lösungen spezialisiert hat. Gemeinsam mit VC/O, dem digitalen Neugeschäft von Viessmann, werde man kontinuierlich digitale Produkte und Lösungen entwickeln, sagt CEO Max Viessmann, der auf dem NKF Summit im vergangenen Jahr detailliert den Wandel des Familienunternehmens zum Innovationsunternehmen beschrieben hat.

 

  1. „Schöne Symbiose“: Oetker kehrt zurück zu den Wurzeln

Die meisten Weltkonzerne wie Oetker haben selbst einmal als Startup angefangen. 127 Jahre nach der Erfindung des haltbaren Backpulvers „Backin“ arbeitet das Unternehmen mit innovativen Jungfirmen zusammen. Anfang 2018 investierten die Bielefelder beispielsweise in das Startup DeineTorte.de, das Torten individualisiert. Ebenso ist die Dr. August Oetker KG an Food Tracks beteiligt, das in Bäckereien die Verschwendung von Waren minimieren soll. Zudem kooperiert Oetker mit regionalen Startup-Hubs wie der Founders Foundation und der Garage 33. „Von Startups können wir lernen, dass sie offen sind und Veränderungen in ihrem Umfeld antizipieren“, sagte Oetker-Chef Albert Christmann kürzlich dem Handelsblatt. „Wir helfen Startups mit unserem Ingenieurwissen und dabei, ihr Geschäftsmodell zu skalieren. Eine schöne Symbiose.“

 

  1. Osram Fluxunit: Licht für Indoor-Farming der Mega-Cities

Der Name klingt wie ein Antrieb aus „Zurück in die Zukunft“. Hinter Fluxunit verbirgt sich allerdings der Venture-Arm von Osram. Ziel der Investitionen: Aufbau von Startups, die einen strategischen Nutzen versprechen. Ein aktuelles Beispiel ist die Beteiligung am kanadischen Startup Motorleaf, das im Bereich künstliche Intelligenz für Gewächshaus- und Indoor-Farming-Lösungen spezialisiert ist. Bereits seit 2017 ist Osram über die Fluxunit an dem jungen Gewächsschrankunternehmen Agrilution beteiligt. Lösungen für Pflanzenbeleuchtung erschließen für den Hightech-Konzern Osram einen attraktiven Zukunftsmarkt, denn intelligente Beleuchtung spielt eine immer größere Rolle in der Lebensmittel-Versorgung der stark wachsenden Mega-Cities.

 

  1. Telekom: Breiter Anschluss an die Startup-Szene

Hätten Sie es gewusst? Laut dem Bundesverband der deutschen Startups unterstützt die Telekom 60 Startups. So viel wie kein anderes DAX-Unternehmen. Darunter so unterschiedliche Ideen wie Radiologen, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten oder Sensoren, die Aufzüge schlauer machen sollen. Telekom-Chef Tim Höttges: „Wenn wir keine Innovation haben, haben wir keine Zukunft. Das gilt für jede Industrie. Wenn sich das erfolgreiche Modell immer nur wiederholt, wird der Kunde irgendwann sagen: ,Wo ist eigentlich die Zukunft in diesem Unternehmen?‘ Und deswegen sind Startups für uns extrem wichtig.“

 

Sie sind an weiteren erfolgreichen Kooperationsmodellen interessiert oder wollen wissen, wie Ihr Unternehmen erfolgreich mit Startups zusammenarbeiten kann? Der NKF Summit präsentiert am 15. November 2018 bereits zum vierten Mal in Folge spannende Speaker aus der Digitalszene und holt Gründer und Führungskräfte etablierter Unternehmen auf die Bühne. In inspirierenden Vorträgen, Panel Diskussionen, Workshops und Startup Pitches erhalten Manager Insights und Analysen zu den wichtigsten Trends der New Economy und legen den Grundstein für die eigene Erfolgsgeschichte.